Begonnen hat das Ganze im Herbst 2008 als es darum ging die Elektroinstallation für unser Haus zu machen. Nach langer, aufwändiger Planungsphase habe ich (mit der freundlichen Unterstützung unseres Freundes JS) die Elektroinstallation unseres Hauses selbst geplant und durchgeführt.

Im Herbst 2008 gab es nur die Einlegearbeiten die durchzuführen waren, wobei es sich um das Verlegen der Elektroleitungen in den Betondecken handelt. Die Kabel werden dabei in die Betonschalen gelegt bevor diese ausgegossen werden. Über Weihnachten und bis in den März habe ich Wände geschlitzt, Dosen gebohrt und Kabel verlegt bevor es daran ging den Verteilerschrank zu verdrahten. Das Herzstück der Installation ist der Kommunikationsbus KNX bzw. EIB.

Was ist KNX/EIB: KNX/EIB ist ein Bussystem welches i.A. in großen gewerblich genutzten Gebäuden eingesetzt wird. Die KNX-Verdrahtung weicht von der konventionellen Verdrahtung deutlich ab. In der konventionellen Variante bedient eine Person einen mechanischen Schalter um die Stromzufuhr zum zu steuernden Verbraucher (z. B. Licht der Rollladen) herzustellen bzw. zu unterbrechen. Im Fall der KNX-Verdrahtung ist von jedem steuerbaren Verbraucher eine separate Leitung bis in den Verteilerschrank geführt. Das Schalten und Steuern der Verbraucher findet im Verteilerschrank statt. Die im Verteilerschrank installierten Aktuatoren (Relais oder Dimmer) kommunizieren über eine Busleitung mit allen in den Räumen angebrachten Sensoren (Bewegungsmelder, Schalter, Temperaturfühler, Wetterstation). Die Tastsensoren (Schalter) sind meistens konventionellen Schaltern nachempfunden. Wird ein Taster eines Tastsensors gedrückt sendet dieser ein Telegramm auf dem Bus (2-Drahtleitung). Dieses Telegramm enthält eine Absendeadresse, eine Gruppenadresse und einen Dateninhalt. Das gesendete Telegramm wird von allen Teilnehmern der Buskommunikation gelesen. Anhand der Gruppenadresse kann der Addressat ermitteln ob die Information für ihn ist und anhand der Daten was von ihm erwartet wird. Die "Intelligenz" des Systems ist dezentral, auf jedem Teilnehmer läuft parametrierbare Software die beschreibt bei welcher Stimulation welches Telegramm zu senden ist und beim Empfang welches Telegramms welche Reaktion zu erfolgen hat. Programmiert und Parametriert wird das System über ein Tool namens ETS. Die ETS ist eine PC-Applikation (Windows) die Schnittstelle zum Bus realisiert und in welche für jedes Produkt ein spezielles PlugIn integriert werden kann um es zu programmieren.

Warum KNX: Der Vorteil des Systems ist eine sehr hohe Flexibilität bezogen auf Änderung und Erweiterung und eine einfache Informationsverteilung. Konkrete Beispiele, die ich umgesetzt habe und noch umsetzen werden:

  • Informationsverteilung: In jedem Raum kann die Aussentemperatur und die Funkuhrzeit abgelesen und auf Regen aufmersam gemacht werden. Das Bad ist generell nur morgens beheizt, die Heizung im Bad kann jedoch aus mehreren Räumen aus eingeschaltet werden.
    Abwesenheit: Das Haus kann auf "Abwesend" geschaltet werden. Das Bedeutet, dass sich alle Rollläden und ggf. die Dachfenseter schliessen, die Solltemperatur für die Heizung reduziert wird, alle Lichter ausgehen und ein Teil der Steckdosen (inkl. der Aussernsteckdosen) abgeschaltet werden. Darüberhinaus werden automatische Schaltbefehle wie das morgentliche Andimmen des Lichts im Kinderzimmer oder das Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung unterbunden. Der Zustand "Abwesend" bleibt so lange aktiv bis man ihn manuell beendet.
  • Kleine Automatismen: Schliessen der Dachfenster bei Regen, Runterlassen der Leinwand bei einschalten des Projektors und Einstellen des entsprechenden Lichtambientes.
  • Lichszenen: Wir haben im Wohnzimmer insgesamt 7 Lichtquellen davon 5 dimmbar. Da es schwierig ist aus dieser Anzahl an Lichquellen geeignete Zusammenstellung zufinden und esauch nicht praktikabel ist jedesmal 7 Lichtquellen einzeln zu schalten gibt es so. Licht-Szenen. Eine Lichtszene beschreibt eine bestimmte Kombination der Lichtquellen, die dann per Tastendruck direkt aufgerufen werden können. Lichtszenen machen immer dann Sinn, wenn mit einem Tastendruck eine Kombination verschiedener Lichtquellen ggf. mit unterschiedlichen Helligkeiten geschaltet werde sollen. Wir verwenden Lichtszenen verwenden wir in Schlafzimmer (5 Quellen), Wohnzimmer (7 Quellen), Küche (2 Quellen) und auf der Terrasse (2 Quellen).
  • Reduktion der Anzahl an Schaltern: Neben unserer Terrassentüre befindet sich ein KNX-Bedienelement, welches die Größe eines konventionellen Einfach-Schalters hat. Mit diesem Bedienelement könnte ich die Rollläden und die Markiese steuern, zwei Lichter im Garten, die Steckdosen im Aussenbereich und das Licht im Wohnzimmer schalten. Mit konventionellen Schaltern ist es schwierig diesen Funktionsumfang in einem 5er Element unterzubringen, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es bescheiden aussieht...

Ein Haus ist eine ewige Baustelle und bis alles meinen Wünschen entsprechend realisiert ist werden noch ein paar Jahre ins Land gehen. Das sind die noch offenen Projekte:

Dachgeschoß: Das Dachgeschoß ist noch nicht ausgebaut. Der Umzug der Kinder ins Dachgeschoß ist bis Sommer 2013 geplant. Dort wird es dann zwei Kinderzimmer, ein kleines Bad und eine Abstellkammer geben. Das DG soll technisch wie folgt ausgestattet sein:
Sensoren (Schalter): In beiden kinderzimmern soll es Raumcontroler (Rollladen-, Licht- und Heizungssteuerung) neben den Eingangstüren geben, Tastsensoren an der jeweiligen Südwand und an den Schlafnieschen. Im Flur wird ein Bewegungsmelder installiert im Bad ein weiterer Tastsensor.

  • Licht: Die Kinderzimmer werden mit einer schaltbaren und einer dimmbaren Lichtquelle für die Raumbeleuchtung und je einem Leselicht ausgestattet. Im Bad wird es je eine Lichtquelle für Spiegel und Raum geben, in Flur und Kammer jeweils eine Bewegungsmeldergesteuerte Raumbeleuchtung geben.
  • Antriebe: Die beiden Dachfenster werden mit Antrieben versehen um ein automatische Lüften und ein Schliessen bei Regen gewährleisten zu können. Die insgesamt 6 Rollläden in den Kinderzimern werden elektrisch betrieben.
  • Heizung: In den kinderzimmern wird es je 2 Heizkörper geben und einen im Bad. Die Heizkörper sind alle mit Ventilantrieben versehen. Im Bad wird es zusätzlich eine elektrische Fußbodentemperierung geben.
  • Wände und Böden: Das Bad wird deckenhoch gefliest, die anderen Räume werden tapeziert. Die Böden von Flur, Kammer und Bad werden gefliest, in den Kinderzimmern wird Korkboden verlegt werden.

Was bisher geschah:

  • Im Winter 2010/2011 habe ich alle Wände und Vormauerungen im Bad fertig gestellt und die Abwasserrohre gelegt, während die Zuwasserinstallation von einem Handwerker durchgeführt wurde.
  • Im Winter 2011/2012 kamen die Gauben auf das Dach. Es sind Ziegelgedeckte Schleppdachgauben, die einen unerwartet großen Raumgewinn brachten. Sie machen aus einer Bühne Wohnraum... Meine Eigenleistungen an diesem Projekt hielte sich in engen Grenzen, ich habe das Dach wieder isoliert, die Fronten der Gauben verkleidet und gestrichen und eine SAT-Schüssel installiert.

Stand 20.09.2012:

  • Letztes WE haben wir die bei JalousieScout auf Maß bestellten Vorbaurollläden installiert, was letztendlich einfacher war als ich erwartet hatte.
  • Ich habe für die Gaubenfenster 4 Angebote angefragt, welche in den nächsten Tage bei mir eingehen sollten. Ziel ist die Fenster drin zu haben, bevor ich die Heizung einschalte.
  • Heute ist das bestellte Ethernet-Kabel (CAT.7) gekommen um die Leitungsverlegung in der Kammer abzuschließen, was den Weg für Spachteln, Tapezieren und Streichen eröffnet.
  • Neben der Tapete klemmt es im Bad auch noch an der Duschwanne. Nach der ersten Installation lief das Wasser nicht schnell genug ab. Letztes WE habe ich sie 10cm höher installiert (sieht bescheiden aus), doch die Ablaufgeschwindigkeit des Wassers ist mir immernoch nicht hoch genug. Ich werde es jetzt mit einem anderen Siphon versuchen...
  • Die Konzepte für Elektroinstallation, IT- und SAT- Installation sowie das einer Lüftung bzw. Kühlung des DGs stehen jetzt, wodurch mit dem Bau der Schlafkabinen (unter dem Gibel, über Bad, Kammer, Flur und Treppenhaus) begonnenn werden kann.

Stand 21.11.2012:

  • Fenster sind eingebaut, Fenstersimsen fehlen noch.
  • Lüftung vom Lüfter selbst abgesehen ist installiert.
  • Die Kammerwände sind fertig (die Konstruktion).
  • Der Ablauf für die Duschwanne ist neu geplant.
  • Die Schlafkabinen sind im Bau.

Stand 23.07.2013:

  • Bad und Kammer ist jetzt tapezierfertig und bereit zum Fliesen.
  • Die Elektroinstallation ist schon weit fortgeschritten es fehlen im Wesentlichen noch die Netzwerkleitungen...

Außenanlagen: Außerhalb des Gebäudes gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Gestalterische Arbeiten im Garten, das Garagendach soll als Terrasse ausgebaut werden und für die DG-Kinderzimmer könnte ich mir einen Süd-Balkon vorstellen. Das Thema Balkon bleibt bis auf weiteres ein theoretisches Konstrukt, während das Thema Garagendachterrasse vielleicht als Gemeinschaftsprojekt mit den Nachbarn irgendwann real wird. Im Garten gibt es mehrere Baustellen mit unterschiedlichen Ausmaßen. Angefangen bei der Änderung der Beetbegrenzung wegen nicht gefallen, über Neuplastern des "Loches" wie ich den ungeliebten Teil des Gartens rechts neben der Terrasse nenne bis hin zum Bau einer weiteren Terrasse im Linken Teil des Gartens. Für letzteres dürfen noch ein paar Jahre ins Land gehen, die Plasterarbeiten hoffe ich dieses Jahr in Angriff nehmen zu können.

Stand 20.09.2012:

  • Wir haben einen größeren Umbau oer eine Umstrukturierung im Garten begonnen, die sich aus mehreren Teilen zusammensetzt. Geplant ist den Teil rechts von der Terrasse zu pflastern, da zum Einen durch den Schatten der Rosen dort nur Moos wächst und zum Anderen wir einen Abstellplatz für z. B. die Kindersitzgruppe benötigen ohne dass der Rasen darunter leidet. Ein bereits fertig umgesetzter Teil des Vorhabens ist ein Kieselstreifen dem Zaun entlang um Topfpflanzen abstellen zu können. Links des Zaundurchgangs soll ein 2,2 m langes in den Garten ragendes Hochbeet (40cm) entstehen, welches in einem kleinen Seerosenbecken (Durchmesser ca. 80cm) enden soll. Diese Abtrennung soll zunächst den Kinderbereich mit Sandkasten und Kletterturm vom Restgarten trennen und später als Umrandung für die oben angesprochene Zweitterrasse dienen. Da unter der Rutsche und am Durchgang durch den Zaun kein Gras mehr wächst, werden wir entlang des Beetes von Zaundurchgang west zu Zaundurchgang süd einen Weg pflastern, voraussichtlich mit Polygonalplatten. Der dafür benötigte Erdaushub ist mit Recycle aufgefüllt und verdichtet und die Rasenkante oder Mähkanten sind einbetoniert, sie bestehen aus einer Reihe würfelförmiger Granit-Pflastersteine.

Stand 23.07.2013:

  • Das Hochbeet und das Seerosenbacken steht, das Pflastern der Wege ist noch offen.