Ziel: Alles automatisch, alles Vernetzt, alle Daten überall verfügbar und alle Daten sicher. Klingt einfach ist es aber nicht. Aufgebaut ist und wird das Ganze nach dem Client-Server-Prinzip um folgende Inhalte auf verschiedenen Clients zur Verfügung zustellen: Bilder, Musik (Konserve), Radio, Video (Konserve SD und HD) und TV. Von der Datenverfügbarkeit abgesehen ist mir noch die Datensicherheit wichtig, besonders die Fotos betreffend.

Server: (existierende und geplante)

QNAP TS109II: Der QNAP tut schon seit mehreren Jahren zuverlässig seine Dienste und ist ein absolut empfehlenswertes Device. Er steht bei uns im Keller bzw. Hauswirtschaftsraum und übernimmt folgende Aufgaben:

  1. NAS (Network Attached Storage): Seine wichtigste Aufgabe ist die Archivierung und das zur Verfügung stellen von Daten. Um alle Netzwerk Teilnehmern (Notebooks, iPad, Handys, PlayStation…) dieselben Daten zur Verfügung stellen zu können (Eigene Dateien, musik, Bilder, Videos…) müssen die Daten an einer zentralen Stelle liegen auf die jeder Teilnehmer (Client) zugreifen kann. Diese Stelle ist der QNAP. Auf seiner internen Platte sind alle Daten abgelegt und er realisiert den sog. File-Server.
  2. Datensicherung für alle im NAS gespeicherten Daten: Der QNAP sichert jede Woche (Sonntags 2:00) alle Daten auf eine externe, an ihn angeschlossene eSATA-Platte.
  3. File-Server für externen Zugriff auf den NAS. Dank entsprechend eingerichteter Portweiterleitung in der Fritzbox kann der QNAP von Außen (über das Internet) zugegriffen werden. Auf ihm läuft der „Web-Filemanager“ ein html-basiertes Frontend über welches man komfortabel auf die gehosteten Daten zugreifen kann.
  4. ftp-Server: Der QNAP stellt auch den Zugriff von Extern via ftp zur Verfügung.
  5. Multimediastation: Hinter dem Begriff „Multimediastation“ verbirgt sich ein Datenbank-Frontend welches eine Oberfläche bereitstellt die sich als gute Bildergalerie eignet und wohl auch für Musik und Videos gedacht jedoch dafür nicht zu gebrauchen ist.
  6. Streaming-Server (Twonky): Twonky ist ein DNLA zertifizierter Streaming Server der Fotos, Musik und Filme als Stream zur Verfügung stellt, die jeder DNLA Streaming-Client interpretieren kann.

QNAP TS219 oder TS212 (geplant): Da die TS109II aus allen Nähten platzt und schon zwei externe Platten angeflanscht sind  plane ich sie zu ergänzen und oder zu ersetzen. Wie im Falle einer Ergänzung die Aufgabenverteilung aussehen wird ist noch offen, wünschen würde ich mir, dass die neue auch Fernsehn liefert mit Hilfe der bereits installierten Satellitten-Antenne.

Windows-Server: Im Einsatz befindet sich ein Server (PC) mit Windows XP. Das Betriebssystem habe ich gewählt, weil ich mich zum Einen mit Windows besser auskenne als mit Linux und zum Anderen weil er mir die Schnittstelle zu meiner Gebäudeautomatisierung KNX/EIB realisiert und die Bilder von meiner Digi-Cam verarbeitet für was in beiden Fällen Windows nötig ist. Das Herzstück ist ein ZOTAC ION ITX mit Atom D525 mit 2x 1,8 GHz bedient wird er via TeamView über Notebook oder iPad. Der PC hängt am Gigabit-Netz und wird über HDMI und DVI mit AV- Receiver und Video-Projektor verbunden. Zu seinen Aufgaben gehören:

  1. TeamView-Server: TeamView ist ein Tool zur Fernsteuerung von PCs. Im gegebenen Fall kann der PC ferngesteuert werden von entsprechenden TeamView-Clients. TeamView hat den Vorteil, dass es zum einen Apps gibt für Apple und Android und zum Anderen können Verbindungen übers Internet aufgebaut werden ohne dass eine Einrichtung von Portweiterleitungen etc. nötig ist.
  2. XBMC Streaming-Client (X-Box Mediacenter) für alle Medien. Er bedient sich der Daten, die der QNAP hostet und gibt sie an den AV-Receiver aus. Das XBMC wird über das iPad ferngesteuert.
  3. iTunes als Streaming-Client für Musik, ferngesteuert über iPad und zur Archivierung von CDs in der Mediathek.
  4. Bilder der Digi-CAM kopieren, konvertieren und archivieren. Die Bilder werden nach Verbinden mit der Kamera automatisch kopiert und dem QNAP zur Sicherung übergeben. Auswahl und Bewertung kann dann mit dem Notebook vorgenommen werden oder via TeamView mit dem iPad. Die Konvertierung in JPG wird über einen TeamView-Client angestoßen und läuft dann selbstständig.
  5. Haussteuerung ETS für den Kommunikationsbus KNX/EIB. Um die Sensoren, Aktuatoren und anderen KNX/EIB Teilnehmer der Haussteuerung zu bedaten, parametrieren oder zu programmieren wird ein Framework namens ETS und eine Schnittstelle zum Kommunikationsbus (im gegebenen Fall USB) benötigt. Die ETS bediene ich über TeamView.
  6. CS:S Server: Auf dem aufgesetzten Counterstrike Source Server kann jeder spielen, der den Zugang (Passwort) kennt. Auf ihm laufen 8 Bots die beitretenden „echten“ Spielern Platz machen. Das installierte Mani-Admin-Plugin ermöglicht mir den Zugriff und Eingriff während des Spiels und realisiert ein Map-Voting, was den Spielern ermöglicht über die nächste Karte abzustimmen.
  7. Videokonvertierung mit Handbreak: Um Speicherplatz zu sparen mit möglichst geringem Qualitätsverlust konvertiere ich DVDs in mp4 (H264) und lege diese in der Mediathek auf dem QNAP ab. Zur Konvertierung verwende ich das Tool Handbreak. In ihm kann eine Job-List anlegen werden, welche dann nach und nach abarbeitet wird. Bedient wird Handbreak über einen TeamView-Client. Die Quelldaten holt sich Handbreak vom QNAP oder vom lokalen DVD-Laufwerk und legt den kovertierten Film in der Mediathek (auf dem QNAP) ab.
  8. Printserver: da ich leider (noch) keinen Netzwerkfähigen Drucker besitze übernimmt der Server-PC die Printserver-Funktionalität. Sie ermöglicht das Drucken übers Netzwerk, beispielsweise von einem Notebook. TV-Server (geplant): Mit den Dachgauben kam auch eine Satelitenschüssel aufs Dach welche dem Empfang digitaler Fernsehsendern den Weg ebnet. Angedacht ist hier ein PC, der z. B. via MythTV oder DVB-Viewer Sendungen aufzeichnet, puffert und ins Netzwerk streamt.

Rasberry PI oder Ouya (geplant): Ein paar der Aufgaben des Windowsservers sollen ihm in nächster Zukunft abgenommen werden. Das XBMC soll künftig auf einem Rasberry PI oder einer Ouya betrieben werden. Die Entscheidung welches Device den Zuschlag bekommt habe ich nocht nicht gefällt bzw. der Enscheidungsstand ist noch zu instabil.

Clients: (existierende und geplante)

iPad2: Da wir immer noch kein Arbeitszimmer haben steht ein Notebook dauerhaft auf dem Esstisch. Ich habe zwar damals bewusst das stylischste gekauft, das es gab (Sony VAIO Z-Serie) aber ein PC auf dem Esstisch sieht einfach nicht gut aus. Daraus entstand die Idee für den täglichen Bedarf (E-Mail, Internet, Spiele) ein Tablet zu verwenden. Also begann ich den Markt zu beobachten. Ein weiteres Problem welches ich gelöst haben will ist das Streamen von Musik ohne die Verwendung eines OnScreen-Displays. Die aktuell beste Möglichkeit dafür, ist das XBMC (X-Box Mediacenter) über ein Tablet fernzusteuern. Im Rahmen meiner Rechersche reduzierte sich die Auswahl schnell auf iPad2 und Galaxy Tab 10.1. Letztendlich habe ich mich für Apple entschieden, weil es mehr Apps gibt, es in den Testsfazits immer als Sieger hervorgeht und das Galaxy Tab mit ungefähr demselben Preis viel zu teuer ist für eine Kopie. Das Ding ist absolut cool und übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Wir (vor allem Sylvi) verwenden es mehrmals täglich (zugegeben meistens zum Spielen aber dafür eignet es sich unerwartet gut). Was die Verwendung des iPads als Fernsteuerung für XBMC und iTunes so funktioniert XBMC einwandfrei, sieht schön aus und spielt nahezu alles ab. Musik höre ich dennoch gerne über iTunes, da es komfortabler zu bedienen ist. Fotos und Filme wiederum gehen über iTunes nicht.

iPod Touch Gen5: Der iPod kann alles was mein iPad auch kann, Dank Retina-Display kann er alles in derselben Auflösung und Dank größerem Prozessor kann er's schneller. Verglichen mit dem iPad ist es zusätzlich deutlich komfortabler ihn zu transportieren und so sorgt für kurzweiligere Fahrten im öffentlichen Nahverkehr. Zuhause dient er als unter Anderem als Client für die oben genannte Serverfunktionalöitäten. Trotz der Vorteile ist er verglichen zum Pad natürlich viel fummelliger zu bedienen und stellt daher die Existenzberechtigung des Pads nicht in Frage.

Samsung Galaxy Fun: Das Smartphone eignet sich als Client für XBMC und wird (wenn kein iDevice greifbar) auch dafür herangezogen. Die Qualität des Geräts (Performance, Bedienbarkeit, Display) ist seinem Preis entsprechend lausig und sammelt durch die daraus resultierenden stiefmütterlichen Behandlung auch keine Pluspunke...

Neuer AV-Receiver (geplant): Leider ist unser Verstärker im Sommer 2011 gestorben, aber Dank Freunden wie AT und seinem Leihgerät gibt es immer noch Musik bei uns im Haus. Angedacht ist wieder ein Yamaha (RX-V 771, RX-V A810 oder RX-V A1010). Diese Modelle sind Netzwerk fähig und sollen sich den Themen Musik streamen und Internetradio annehmen. Die genannten Verstärker lassen sich über das iPad Fernsteuern, die App sieht jedoch nicht vielversprechend aus...

Datensicherung:

Die Datensicherung ist ein interessantes Thema mit dem sich, wie ich aus Gesprächen den Eindruck habe, nicht viele beschäftigt haben oder zumindest nur oberflächlich. Beim Gedanken an Datenverlust beängstigt mich am Meisten der Gedanke, dass die gesamte digitalisierte Kindheit meiner Kinder und die Urlaube mit der Familie auf einmal weg sein könnten. Viele beruhigen sich mit dem Gedanken irgendetwas gemacht zu haben ist besser als nichts. Dagegen halte ich das Zitat "nicht gesicherte Daten sind unwichtige Daten" was bedeutet dass man den Aufwand für jedes Foto das man macht und anschließend nicht sichert sichei der Datensicherung berücksichtig oder am besten abgefangen werden:

  • Vergesslichkeit: Besonders ärgerlich ist der Verlust von Daten, die man noch nicht gesichert hat oder vergessen hat zu sichern, da man in diesem Fall die Schuld nicht von sich weisen kann. Daher sollten Daten immer automatisiert gesichert werden, alles andere führt zu Fehlern und irgendwann zu Datenverlust.
  • Materialermüdung: Unter Materialermüdung verstehe ich den altersbedingten Verschleiß und Zerfall von Festplatten und optischen Datenträgern. In beiden Fällen hatte ich schon Verluste. Um diese Problem abzufangen sichere ich nicht auf optischen Datenträgern und immer auf mehreren (im Moment auf 2) Festplatten. Auch sinnvoll wäre diesbezüglich RAID (es werden immer 2 Platten gleichzeitig beschrieben), es hat nur den Nachteil, dass die Sicherungsplatte stärker beansprucht wird als nötig und die zu sichernden Daten nicht selektiert werden können, wodurch die 2. Platte größer sein muss als nötig.
  • Überspannung: Durch Spannungsspitzen im Stromnetz (Versorgerfehler oder Blitzeinschlag) können Festplatten beschädigt werden. Zur Vorbeugung ist die örtliche Trennung der Daten und die Sicherung und die Verwendung von Überspannungsschutzsteckdosen oder Vergleichbarem sinnvoll.
  • Virus: Internetfähige Geräte sollten über einen geeigneten und aktuellen Virenschutz verfügen, sich hinter einer Firewall befinden und von den auf ihnen liegenden Daten sollte es eine Kopie auf einem Datenträger geben, der nicht mit dem Internet verbunden ist bzw. nicht über das Internet erreicht werden kann.
  • Diebstahl/Verlust: Daten sollten auch gegenüber Verlust sicher sein, diesen kann zum Einen eintreten wenn externe Festplatten, USB-Sticks oder Notebooks transportiert werden z. B. zu Bekannten und sie dort oder auf dem Weg vergessen oder verloren werden, zum Anderen können Datenträger durch Diebstahl bzw. Einbruch abhanden kommen. Werden Daten transportiert sollte sichergestellt sein, dass sich eine Kopie der Daten zuhause befindet. Werden. Werden Datenträger, insbesondere Notebooks im Fahrzeug aufbewahrt, sollte darauf geachtet werden, dass sie von Außen nicht sichtbar sind. Was den Einbruch (zuhause) betrifft, so sollte sichergestellt sein, dass die Daten und ihre Sicherung nicht am selben Ort sind und nicht an einem Ort wo anderes attraktives Multimedia- und HiFi-Equipment steht.

Aktuell findet meine Datensicherung wöchentlich statt wobei der QNAP ausgewählte Daten auf eine externe Platte kopiert. Die oben stehenden Aspekte berücksichtigend plane ich die Datensicherung weiter auszubauen. Geplant ist die Anschaffung eines 2. QNAPs, damit der jetzige nur noch zur Datensicherung dient und es dann auch 3 Sätze der zu sichernden Daten gibt (jeweils auf den QNAPs und einer externen Platte) und eine Zeitgesteuerte Schaltung der Stromversorgung für die externe Sicherungs-Platte um sie außerhalb der Backupzeiten zu isolieren und zu schonen.